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Momentum Institut wird großteils von der AK finanziert



Das Momentum Institut wird zu einem großen Teil von der Arbeiterkammer finanziert. “Unser Jahresbudget liegt bei rund 1,6 Mio. Euro. Davon kamen 2020 und 21 jeweils 900.000 Euro von der Bundes-Arbeiterkammer”, erklärte Pressesprecher Dominik Gries auf APA-Anfrage. Im Gründungsjahr 2019 erhielt die Organisation keine AK-Mittel. Nach Kritik an seiner Finanzierung will das Institut künftig genauer über seine Geldquellen informieren, zu denen auch der Gewerkschaftsbund gehört.

Das Momentum Institut sieht sich als “Think Tank der Vielen” und als Gegenpol zu wirtschaftsliberalen Think Tanks wie Agenda Austria. Neben der AK finanzierte 2020 auch der ÖGB über die “Österreichische Gewerkschaftliche Solidarität Privatstiftung” Momentum. Im Jahresbericht 2020 schildert Momentum Spender über 5.000 Euro aus. Auch die Leiterin Barbara Blaha und Co-Chef Leonhard Dobusch scheinen als Spender auf.

“Das Momentum Institut als jüngster österreichischer Thinktank finanziert sich über drei Stränge: private Kleinspenden, private Großspenden und institutionelle Zuwendungen”, erklärte Gries. Es gebe rund 2.000 Kleinspender, viele davon würden monatlich unterstützen. Für 2020 wies Momentum im Jahresbericht monatliche Spendeneingänge zwischen 185 und 466 Euro aus.

Dass die Arbeiterkammer einen großen Teil des Budgets stemmt, hatte für Kritik gesorgt. Für 2021 will das Momentum Institut im Jahresbericht detailliertere Zahlen veröffentlichen. “Wie Barbara Blaha auch via Twitter angekündigt hat, wollen wir hier neue Transparenz-Standards für die Branche setzen”, so Gries. Das Institut hat eine Agenda und macht sich unter anderem für eine gerechte Verteilung von Vermögen stark.

Wenige Jahre vor dem Momentum Institut war die Agenda Austria, ebenfalls ein Think Tank, gegründet worden. Das Geld dieser Denkfabrik kommt vor allem von Firmen und Industriellen, definiert sich jedoch ebenfalls als unabhängig, weil kein Spender einen höheren Anteil als sieben Prozent des Gesamtbudgets von rund 1,7 Mio. Euro erreicht. “Niemand ist politisch so unabhängig wie wir”, so Agenda-Austria-Sprecher Christoph Beranek. Zum Förderkreis gehören Immobilienunternehmen, Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen sowie Stiftungen. Zu den prominentesten Namen zählen vermögende Unternehmer wie Soravia, Pierer, Kapsch oder Rauch.

Der Markt der Wirtschaftsforschungsorganisationen und Thinktanks umfasst gut ein Dutzend Institute. Die Grenzen zwischen Interessenvertretung und wissenschaftlicher Tätigkeit verlaufen fließend. Die beiden wichtigsten und größten Player am Markt sind das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS). Ihr Anspruch ist es, wissenschaftliche Evidenz für ür die Politik in Fragen der Wirtschaftswissenschaften zu liefern.



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