Politics

Verwirrung um Regelung – Telefonische Krankmeldung: Ärztekammer und ÖGK uneinig



Vergangenen Montag wurde die Möglichkeit, sich telefonisch krankzumelden verlängert. Gesundheitsministerium und die Österreichische Gesundheitskasse erklärten, dass dies nur mit einer CoV-Infektion möglich sei. Die Ärztekammer widersprach: Die telefonische Krankschreibung „sei bei allen Krankheiten möglich“.

Die NÖN hat sich mit der Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für Niederösterreich Martina Hasenhündl in Verbindung gesetzt und erneut nachgefragt.

Die Expertin klärt auf über die Möglichkeit, sich per Anruf arbeitsunfähig zu melden. Diese neue Regelung ist erst durch die COVID-19 Pandemie entstanden. Bereits in der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 wurde die telefonische Krankmeldung von der ÖGK eingeführt. Diese war zwischendurch zwar des Öfteren ausgesetzt, trat mit 1. August allerdings wieder für alle Kranken in Kraft.

Es gäbe keine sachliche Grundlage dafür, diese für eine spezielle Erkrankung, also in diesem Fall COVID-19 möglich zu machen, für andere aber nicht, sagt Martina Hasenhündl. Mit dem Wegfall des Absonderungsbescheides müssen sich nun auch Covid-Infizierte telefonisch krankmelden.

Martina Hasenhündl erklärt, dass die telefonische Krankmeldung ohne Einschränkung sich bisher in der Corona-Pandemie bewährt habe. Die Ordinationen wären dadurch einerseits entlastet worden, andererseits konnten Angestellte in den Praxen ebenso wie Ärztinnen und Ärzte und auch Patientinnen und Patienten besser vor Infektionen geschützt werden.

Die Entscheidung ob die telefonische Krankmeldung möglich ist, läge in jedem individuellen Fall bei der Ärztin beziehungsweise beim Arzt. Patientinnen und Patienten können eine telefonische Krankschreibung nicht einfordern.

„Ärztinnen und Ärzte können da sehr gut unterscheiden“

„In vielen Fällen ist die telefonische Krankschreibung sehr sinnvoll“, argumentiert die Vizepräsidentin der niedergelassenen Ärzte. In anderen Fällen sei es unerlässlich, dass die Patientin oder der Patient in die Ordination kommt. „Ärztinnen und Ärzte können da sehr gut unterscheiden und kennen auch ihre Patientinnen und Patienten gut“, heißt es.

Statistische Auswertungen würden seit 2020 zeigen, dass sich Ärztinnen, Ärzte sowie sich krankmeldende Personen verantwortungsvoll verhalten würden. Der Blick auf die Zahlen der Krankenstände ließe keine Rückschlüsse darauf zu, dass die Regelung ausgenutzt wird, sagt Martina Hasenhündl.

ÖGK und Ärztekammer widersprechen sich

Die Pressesprecherin der Österreichischen Gesundheitskasse gibt auf NÖN-Anfrage am Donnerstag bekannt, dass es eine Obmannverfügung gibt, die den Sachverhalt regelt: Die telefonische Krankmeldung sei nur möglich für Corona-Verdachtsfälle & Corona-Infizierte.

Die Frage, wie Patientinnen und Patienten reagieren sollen, bleibt bis zuletzt offen.





Source link

Leave a Reply

Your email address will not be published.